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Erhöhte Brand­gefahr durch Fassaden­dämmung?

Der Fall "Hochhausbrand Grenfell Tower"

Der verheerende Brand des Hochhauses „Grenfell Tower“ in London 2017 gab Anstoß zu einer differenzierten Betrachtung des Themas Fassaden­dämmung.

Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) sollen in erster Linie die Fassade dämmen. Sie sind eine wirtschaftliche Methode der energetischen Gebäudesanierung und werden durch öffentliche Förder­mittel bezuschusst. Zwar können auch nichtbrennbare Dämm­materialien wie Steinwolle verwendet werden, jedoch kommen Dämm­platten aus Polystyrol wegen Ihres günstigeren Preises erheblich häufiger zum Einsatz.

In den letzten Jahren sind aber gerade diese Wärmedämm-Verbundsysteme mit Polystyrol-Dämmplatten in den Ruf geraten, sie stellten wegen der Brennbarkeit der Polystyrol-Platten ein erhöhtes Brandrisiko dar.

brandgefahr fassadendämmung

Sind Dämm­platten am Haus schnell brennbar?

Sind Wärmedämm-Verbundsysteme mit Polystyrol-Dämmplatten wirklich brandgefährlich?

Das Gerücht, dass der Dämm­stoff Polystyrol der Auslöser des Brandes war, verbreitete sich schnell in den Medien. Hartnäckig wurde vom „gefährlichen Dämmstoff für Gebäude­fassaden“ geredet. Obwohl Wissen­schaftler diese Aussage von Anfang an als „unsachlich und falsch“ kritisierten, ist es erst der Abschluss­bericht, der ein Jahr nach dem Brand die Bestätigung liefert.

Untersuch­ungs­ergebnis: Wärme­dämmung nicht der Auslöser

Direkt nach dem dramatischen Brand hatte eine Unter­suchungs­kommission die Aufgabe, Ursache und Verlauf des Brandes am Grenfell Tower in London zu analysieren. Nach dem Sichten der Fotos und Videos, Befragung der Experten und Auswertung diverser Dokumente kam sie Mitte 2018 zu folgendem Ergebnis:

Die Wetterschutz­verkleidung als Ursache des Brandes

  • Die Ursache für den Brand bzw. dessen Weiter­leitung kann der ACP-Wetterschutz­verkleidung aus Aluminium zugeschrieben werden. Sie brannte vollständig ab, während die Dämmung stellenweise erhalten blieb.
  • Der verbaute Dämmstoff an der Grenfell Tower Fassade war Polyiso­cyanurat (PU) und nicht Polystyrol.
  • Die Hinter­lüftung der Wetterschutz­verkleidung sorgte während des Brandes für Zuluft, womit sich die rasche Brand­geschwindigkeit erklären lässt.

Lesen Sie hier aktuelle Informationen vom Energieinstitut Hessen:

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